Immer auf Achse – so lautet wohl Annikas aktuelles Lebensmotto. Für die Proben fährt die gebürtige Siegenerin extra vom „platten Land“ (Münster) zurück in die Heimat. Der Berg ruft! Der Fernbus, mit dem sie regelmäßig auch zu Freunden unterwegs ist, ist ihr ein zweites Wohnzimmer geworden. Eigenartig, dass der stimmliche Tausendsassa (Mezzo, Sporan, Alt – egal, was gerade gebraucht wird) noch kein Solo à la „Dieser Weg“, „Where the streets have no name“ oder „Far far away“ für Vocapella singen durfte. Mit „Ich will keine Schokolade“ und „Can you feel the love tonight“ kann sie – trotz heimlicher Baseballs-Schwäche, deren Songs sie unter der Dusche lieber trällert als „Titanium“ – aber sehr gut leben. Apropos König der Löwen: Auf einer Musical-Bühne würde sie eher etwas Tierisches, etwas mit Mähne verkörpern als in eine Rolle zu schlüpfen, für die Frau zu oft das Tanzbein schwingen müsste. Ansonsten ist ihr keine (musikalische) Peinlichkeit fremd. Nicht einmal „Wadde hadde dudde da“. Die leichte Verrücktheit steht der Powerfrau established since 1986 aber hervorragend und dürfte ein Quell ihrer Kreativität sein, die sie hinter den Kulissen von Vocapella zur perfekten Web-, Flyer- und Plakate-Tante macht. Bei diesem Ideenreichtum verzeiht man ihr gerne, wenn sie während der Stücke schon mal die Texte spontan und eigenmächtig umdichtet, was nicht nur bei ihr so manchen Schweißausbruch verursacht. Noten? Ach, wer braucht schon Noten! Irgendwie trifft sie immer den richtigen Ton. Zur Ruhe kommt das Energiebündel beim Spaziergang mit ihrem Hund oder beim Kinobesuch mit lieben Menschen. Noch ausgeglichener wird sie sein, wenn sie sich irgendwann einen ihrer großen Wünsche erfüllt: einen eigenen Campervan. On the road again…